Schleifenpony

Month: Mai 2018

Der Halfter-Modus

Man erkennt relativ schnell, dass es unfassbar wichtig ist, dass ein Jungpferd sein Halfter anziehen muss. Ja, Putzen geht ohne Halfter – das wisst ihr ja jetzt aus den vorherigen Blogposts. Aber wie soll man den kleinen Kerl denn impfen oder eine Wurmkur verabreichen geschweige denn die Hufmaniküre erledigen… ohne ihn am Halfter in die Richtung dirigieren zu können, in die man möchte. Oder ihn am Halfter in der Position zu behalten, die man sich ausgedacht hat.

Nüstern

Der aufmerksame Leser erkennt: Hier sind 3 neue unabdingbare, furchtbar bedeutende Übungen versteckt! Nämlich:
1.) das Halfter anziehen
2.) das Pony am Halfter führen
3.) das Pony könnte am Halfter stillstehen

Jährling
Wer äußerst aufmerksam gelesen hat, weiß, dass unser kleiner Kurgestütler ein Wildpferd war. Mit der Hau-Ruck-Methode (nennen wir das Kind einfach mal beim Namen!) hat er das Halfter kennen gelernt und als wir endlich mit Hilfe von zahlreichen Stoßgebeten zum Himmel das junge Kerlchen auf seiner Fohlenweide hatten, haben wir ihm das Halfter sofort wieder abgenommen. Schließlich braucht der ja seine Freiheit ums Köpfchen rum. Ganz zu schweigen von den ganzen Gefahrenquelle auf der absolut sicheren Fohlenaufzuchtsweide, an denen er sich mit einem Halfter um die Birne hätte verletzen können.

Jungpferd

Hier mangelt es also noch sehr an den Ausführungen des sogenannten Fohlen-ABC (damit sind so Dinge gemeint, die kleine Jungspunde eigentlich können sollten). Das wurde mir bewusst, als die Leiterin der hiesigen Ponde Rosa Ranch mir mitteilte, dass der Kurgestütler doch geimpft werden solle und sie nicht wisse, wie man den dazu bewegen könne, das Halfter wieder zu tragen. Und da ich interessanterweise davon ausging, dass ich das schon hinkriegen würde, machte ich mir keinerlei Sorgen. Wäre aber besser gewesen!

Jungpferd

Instagram Rückblick – Februar und März 2018

Und hier kommt nun der geballte Rückblick von zwei Monaten Instagram – mühevoll gesammelt, an einem Nachmittag zusammengestellt. Hey – wo wir gerade beim Zurückdenken und Reflektieren sind, das erinnert mich jetzt irgendwie an meine Schulzeit. Da hab‘ ich auch immer bis zum letzten Drücker gewartet, um zu lernen oder irgendeine Aufgabe fertigzustellen. Da hat mich die Schule wohl für’s Leben geprägt. Schließlich habe ich jetzt zwei Monate gesammelt, um den nächsten Rückblick zu zeigen!

Schweiz

Im Februar bin ich tatsächlich schon wieder aus dem Alltag ausgebrochen und habe Zeit ohne die Pferde verbracht (…im Januar war das auch schon der Fall). Mit einer Freundin bin ich losgezogen in Richtung Schweiz, übernachtet haben wir jedoch in Deutschland in Rheinfelden und zwar in einem echten Schloss (Hey! Auch das war im Januar schon so. Bin wohl doch ein Gewohnheitstier, so von wegen Ausbrechen aus dem Alltag – rein ins Bekannte). Außen hui und innen noch mehr hui, ein ganz anderer Stil hat uns da erwartet, das hätte man so von außen vermutlich nicht erwartet.

BeuggenBeuggen

 

 

 

 

 

 

Badewanne

Bett

 

Wir haben die Zeit genutzt, um die Gegend zu erkunden und wurden mit tollem Wetter belohnt. War für Februar wirklich sehr überraschend.

Brücke

Wieder daheim angekommen stellte ich abermals fest, dass ich dieses Jahr wirklich die Paddockbefestigung angehen werde. Der Bereich direkt vor dem Stall soll gepflastert werden, da ich mir vorstelle, dass es so viel einfacher sein wird, den Platz sauber zu halten. Der Boden an sich ist die meiste Zeit im Jahr okay, aber wer gibt sich denn mit „okay“ zufrieden. Hiermit halte ich daher schriftlich fest, dass ich dieses Jahr meinen Plan von der optimalen (na, hoffen wir’s mal) Befestigung angehen würde. Ich nenne das Projekt liebevoll „PPP“ – Pony Paddock Paradise.

Paddock

Februar ist nicht unbedingt einer meiner Lieblingsmonate, was unter anderem sicherlich daran liegt, dass einfach immer stockdunkel ist. Außer in der Zeit, in der ich bei der Arbeit bin. Schande über mich, Asche auf mein Haupt, aber ich gebe ehrlich zu, dass ich bei der Dunkelheit einfach nicht mehr den Elan habe, nach der Arbeit noch die Pferde zu trainieren. Die Stallarbeit erfüllt mich in diesen Tagen ausreichend. Deswegen müssen sich die Pferde meistens die Zeit notgedrungen ohne mich vertreiben.

heutauchenKoppel

 

 

 

 

 

 

Allseits beliebt natürlich das Heutauchen. Vermutlich wird es darum gehen, welches Pferd länger die Luft „unter Heu“ anhalten kann und wie viel Heu gleichzeitig vertilgt werden kann. An anderen Tagen, wenn das Wetter mitspielt (und ich auch), dürfen sie sich auch mal am Gras-Knabbern versuchen. Interessanter Nebeneffekt: Das Anweiden fällt bei uns nicht ganz so „kleinschrittig“ aus, da sie nie wirklich „abgeweidet“ wurden. Näher gehe ich zur Zeit jedoch nicht darauf ein, da hier jeder Pferdehalter seine ganz eigene Strategie hat. Sicherlich kann man auch ganz gut sehen, dass die Koppel auch darunter leidet und wir uns daher im Frühjahr daher auch die beste Mühe geben, das bei der Weidepflege wieder gut zu machen.

Eins der beliebtesten Bilder auf Instagram ist der Blick von meinem hohen Ross. Meistens hat es am Wochenende für Ausritte in die noch schlafende Natur gereicht. Der März hingegen hat uns mit Schnee überrascht. Ein paar Frühblüher haben den Kälteeinbruch leider nicht durchgestanden.

Haus Paddock
 

Danach folgten jedoch schon die ersten Erscheinungen des anstehenden Fellwechsels. Es wurde sich genüsslich gewälzt – und zwar sobald der Auslauf betreten und die Halfter abgenommen waren. Sich selbst musste man dann schnell in Sicherheit bringen, damit nicht noch unter die wälzenden Massen geriet.

wälzen

Anscheinend hat der Pelz so sehr gejuckt, dass man sich von Pferdeseite aus dazu entschloss, ziemlich rabiat mit den auf dem Auslauf vorhandenen Bäumen umzugehen. Der Täter konnte bis heute nicht zweifelsfrei ermittelt werden. Für Zeugenaussagen kann sich nach wie vor bei uns gemeldet werden.

 

 

 

 

 

 

 

Fortsetzung folgt…

Stallgasse Rückblick

Mission Kardätsche – Klappe, die Zeite: Wenn die Neugier siegt

Eine Woche später besuchte ich also den Kurgestütler mit der Mission Kardätsche erneut. Warum ich mich erst eine Woche später wieder mit meinem Jungpferd beschäftigte, kannst du >>>hier<<< nachlesen. Die Mission hatte übrigens rein gar nichts damit zu tun, dass ich auf die Idee gekommen wäre, meinen – wie sagt man so schön – robust gehaltenen Jährling ab jetzt regelmäßig putzen und schrubben zu wollen! Das wäre ja völlig unsinnig, da ich ihm ja dann seine natürliche Schutzschicht im Fell, die ihn vor Wind und Wetter schützt, zerstören würde. Es ging einzig und allein um die Gewöhnung.

mission-kardätsche

Wenn ich an die Fohlenkoppel kam, ging ich meist nicht direkt auf Obi zu. Ich beobachtete zuerst aus sicherer Entfernung, betrachtete das schöne Gesicht, die Blesse, in die ich mich am ersten Tag sofort verliebt hatte.

hungerhaken

Natürlich bildete ich mir ein, Obi Wan Kenobi sei gar nicht mehr so dürr, habe sich schon toll entwickelt innerhalb kürzester Zeit, sein Fell glänzte herrlich in der Sonne.

fohlenkoppel

Es dauerte meistens auch nicht lange, bis die Jährlinge von alleine auf mich zukamen. Sie waren einfach zu neugierig, was ich denn wollte. Dass ich die Kardätsche wieder dabei hatte, schien zuerst einmal total nebensächlich. Die Neugier war beiden einfach ins Gesicht geschrieben! Und in diesem Sinne habe ich meine Mission erfüllt.

neugier

Wie du im letzten Bericht erfahren hast, habe ich nach einem winzig kleinen Erfolg direkt aufgehört, dem Jährling das fürchterliche Bürstending vor die Nase zu halten. Obwohl ich seinerzeit noch völlig unerfahren war im Umgang mit Jungpferden, stellte sich heraus, dass die Entscheidung sicher nicht meine schlechteste war. Angst oder Misstrauen lag nicht mehr in der Luft. Und so war es gar kein Problem, das Jungtier dann zu bürsten. Völlig frei – unangebunden – blieb er da und ließ es sich gefallen. Auch heute noch ist Obi das anständigste Pferd bei uns im Stall und bleibt beim Putzen absolut ruhig stehen. Man munkelt, ob dieses Verhalten von der behutsamen Gewöhnung kommt.

putzen